„Oscar“-Kolumne: Über Gewichtiges

Meinen Freund Maik (die Edel-Schlampe…) und mich – uns eint mindestens zweierlei. Und das schon seit etlichen Jahren:

1. sind wir mit Leib und Seele Schreiberlinge.

2. mehr oder minder übergewichtig.

Doch während Maik seinen Fight mit den Pfunden wiederholt und öffentlichkeitswirksam zum Gegenstand von Wetten machte, kämpfe ich einen eher stillen Kampf gegen die Kilo. Was schlussendlich aber ebenso erfolglos blieb wie die wilden und wagemutigen Wettorgien des Ober-Oscars.

Ist schon ein Elend! Wir zwei beiden sind aber auch keine Kostverächter und offensichtlich extrem gute Futterverwerter. (Und wieso geht mir bloß der blöde Spruch nicht aus dem Kopf, demzufolge ein guter Hahn selten fett wird???)

Meinereiner hat in den letzten 19 Jahren bestimmt acht Versuche gestartet, mit regelmäßiger sportlicher Betätigung dem bedrohlich wachsenden Bauchansatz Herr zu werden. Das war immer eine Weile recht erfolgreich. Meist nahm ich sogar ab. Die Puste ging außerdem nicht mehr so schnell aus. Und mit dem Kreuz; da hatte ich es ebenfalls nicht mehr so schlimm.

Doch irgendwann obsiegte dann wieder mein innerer Schweinehund. Der hat sich insbesondere mit unserem Kühlschrank verbunden. Dessen Anziehungskraft ist vor allem, wenn ich spät abends nach Hause komme, schier unüberwindlich. Ich weiß jetzt, warum „Strammer Max“ „Strammer Max“ heißt!

Auch mein Glaube ans Reinheitsgebot des deutschen Bieres ist enorm erschüttert: Wer, Sakra noch eins!, kann mir erklären, wieso Hopfen, Malz und Wasser derart auftragen?

Der Versuch, das kühle Blonde durch trockenen Roten zu ersetzen, war ebenfalls nicht waagen-wirksam. Im gnadenlosen Selbstversuch habe ich zudem herausgefunden, dass Pizza, Pasta & Pesto nicht nur glücklich, sondern auch (über-)gewichtig machen.

Deshalb bin ich derzeit wieder einmal in einer Trainings- und Selbstkasteiungsphase. Habe mir sogar vorgenommen, ungeliebtes Grünzeugs zu futtern, achte auf Ballaststoffe (Was für ’ne feine Ironie, dass man ausgerechnet die braucht, um selbige los zu werden!)

Wie dem auch sei: Wesentlich wichtiger ist mir aber, dass ich mich und meinen wahrlich wuchtigen Waschbär-Bauch regelmäßig in Bewegung setze. Kleine Tricks helfen dabei: Zum einen kann man prima „Star Trek“-Wiederholungen auf Kabel 1 gucken oder neuerdings wieder Schumachers Rundenhatz.

Zum anderen passiert die Stunden(tor-)tour unter den kritischen Augen junger Damen. Und vor denen will ich mich nun wirklich nicht blamieren!

Den ganzen FdH-Stress und die schweißtreibenden Körperertüchtigungen tue ich mir aber auch deshalb an, weil ich ein Skorpion der reinsten und feinsten Art bin. Deshalb treibt mich ein kleiner, fieser Hintergedanke um: Wenn ich nur recht erfolgreich mein Fett verbrenne, kommt der Tag, da ich mich von Maik in den Schatten stellen lassen kann.

Rein körperlich, versteht sich.

(„Oscar am Freitag“-Kolumne aus dem April 2006, wegen immer noch vorhandener Aktualität nur leicht verändert…)

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