Frauentag – und ausgerechnet Maik Sch. hat Geburtstag

Mai Schulz, Oscar am Freitag himselfMein Freund Maik Sch. aus G. und ich – wir sind seit nahezu 27 Jahren einander äußerst seltsam zugetan. Manche würden es wohl Hassliebe nennen. Zuweilen mag es den Anschein haben, da der Ton zwischen uns zunehmend rauer und mit den Jahren auch die Lautstärke größer wurde als bei sonst üblichen Disputen.

Das mag aber auch daran liegen, dass Maik schwer hört. Der Bäckerbursche tat zumindest in früheren Jahren öfter so, als er noch unter meiner Redaktionsfuchtel stand, als ob es so wäre, entschuldigte sich dann damit, dass er sein Hörgerät [das er allerdings erst ab 1998 hatte, wie er mich eben berichtigte :-)] nicht dabei habe. Auf diesen Trick fiel ich jahrelang herein und das Schlitzohr hörte dann nur das, was er hören wollte …

Nun will ich mich aber nicht über anderer Leute Handicap lustig machen. Eine Macke, einen leichten Schaden hat wahrscheinlich jeder von uns. Ich bin auf alle Fälle lädiert: Seit ein paar Jahren nervt mich einen
 Teilzeit-Tinitus, der vor allem an extrem stressigen Tagen wie heute (also gestern, wenn Sie das heute lesen…) darauf pfeift, dass er mich aufs Blut reizt.

Dann fügen sich allerdings all meine kleinen körperlichen Gebrechen zu einer unschlagbaren Symbiose: Ich höre links nichts und bin rechts blind, kann keinen Kniefall machen (dank demolierter Kreuzbänder). Manchmal vergesse ich obendrein auch all dies… Und bin nicht unglücklich.

Ob dieses mild besänftigende Vergessen eine frühe Form von Demenz ist, weiß ich nicht zu sagen. Ebenso wenig, was ich beispielsweise vorigen Freitag um 15 Uhr tat. Nur dann bin ich auskunftsfähig, wenn ich mein 
smartes Dingsbums jener Firma mit dem angebissenen Apfel als Logo aus der Tasche fische und konsultiere. Der Eierfön trägt in seinen digitalen Tiefen neben allen möglichen Kontaktdaten von allen möglichen Leuten auch alle möglichen Termine, die ich hatte, habe oder haben werde.

Er erinnert mich an Geburtstage. An jene Tage, an denen die blaue Tonne entleert wird. Gibt Ton, wenn der gelbe Sack eingesammelt wird. Warnt vor, wenn ein  Redaktionsschluss für dieses oder jenes Projekt naht. Etc., etc., etc.

Inzwischen verwaltet der formidable Flachmann sogar meine kleinen, ganz privaten Geheimnisse…

Es gab im vorigen Jahrtausend, als man noch nicht sein fehlendes Wissen weggooglen konnte, einen Film. „Filofax – Ich bin du und du bist nichts“ ist eine von den wirklich guten, alten US-amerikanischen Filmkomödien. Der Regisseur war Arthur Hiller, das Drehbuch schrieben Jill Mazursky und J. J. Abrams (ja, ja – eben jener, der auch „Lost“ verzapfte  und Regie führte, als „Star Trek“ wiederbelebt wurde!).

Der Plot war irre. Häftling gewinnt in einer Quiz-Sendung Eintrittskarten für ein Baseballspiel. Er büxt aus dem Knast, um sich das anzuschauen. Auf dem Weg ins Stadion findet er einen legendären Filofax – den
Terminkalender eines erfolgreichen Werbefuzzis samt allen Kreditkarten, dem Schlüssel und der Anweisungen für die Alarmanlage der Villa des Managers. Der Knastbruder zieht ein und schlüpft komplett in die Rolle des Werbe-Guru Barnes…

Verlöre ich nun mein zweites, weitaus perfekteres Gedächtnis, stünde ich wohl auch ziemlich deppert da. Aber Sie müssen keine Sorge haben: Gäbe sich jemand fälschlicherweise als der Aschenbrenner aus, er hätte keine Chance. Und das würde selbst Maik Sch. aus G. merken …

 

1 Kommentare

  • Zenker (#)
    21.03.2017

    Wo hat der Maik den Körper Her?

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