Oscar-Kolumne: Die Ku(h) Lise und T. Ater

Neulich im Internet – (Sie müssen jetzt nicht stöhnen – es geht NICHT um die Datenschutz-Grundverordnung!): Also neulich im WehWehWeh…

Da traten wir „Oscar“-Verdächtigen vom Lokal-TV den Beweis der virtuellen Unsterblichkeit an. Weil das Netz nichts vergisst.

Unser Flimmerkisten- und Augenfutter ist derweil fast filmpreisverdächtig und „Goldene Bären“ oder eine „Palme“ in Cannes wert. Und das, obwohl Medienmagier, Filmmogul und Studioboss Maik Sch. noch keine Millionen-Budgets locker macht.

Doch auch wir drehen schon mächtig am PR-Rad, werfen die Marketingmaschine an, tun so allen Menschenmägdelein und -knäbelein in gothschen Landen kund, wenn neues Bewegtbild zu bestaunen ist.

Dafür bosseln wir wie echte Hollywoodster Bits und Bytes zusammen, damit ein geiler Trailer die Nation bewegt und einen speziellen Pawlowschen Reflex auslöst. Statt sabbernder Hunde wollen wir allerdings den „Das will ich sehen…“-Effekt beim geneigten Publikum.

Dazu gehört dann auch ein Appetizer fürs Gesichtsbuch – ein Szenenbild mit knackigen Textzeilen. Auf SiehDschieEi – also auf Tricks aus dem Computer – verzichten wir. Noch –scheint es nur eine Frage der Zeit, dass Maik Sch. seinem Firmenimperium auch noch George Lucas‘ Laden einverleibt…

Doch mit dem Schnipselschnitzen fürs Ekhoftheater begann das Drama mit dem Karma: Nun soll ja der Einäugige König unter den Blinden sein. Ist er aber Wächter übers Wohl und Wehe der Mutter- wie Vatersprache – sprich: liest er Korrektur –; dann droht Ungemach: So kamen dem „Kulissenschieber“ ein „s“ und dem „Theater“ das „h“ abhanden.

Das bemerkten aber einermeiner, mein Kamerakamerad und SchippSchnapp-Schnittmeister all unser cineastischen Co-Produktionen und selbst dasAdlerauge „Mad Max“, der chefredaktorische Vollstrecker beim Gothaer Lokalfernsehen, erst, als das Mahnmal unserer Lese- und Rechtschreibschwäche durchs WehWehWeh waberte.

Das löste hektische Aktivitäten allerorten aus. Dateien wurden gelöscht, neu geschriebene und fehlerfreie hochgeladen.

Doch nichts schien zu helfen: Einmal aus unserer unachtsamen Obhut entlassen, nahm die KommuniKatastrophe ihren Lauf. Die Algorithmen von Mark Zuckerbergs Freundefänger-Faszinosum wirkten unerbittlich. Hatte jemand das blamable Bild geteilt, war es aus unserer Reichweite – mochten wir auch noch so oft die korrekte Version veröffentlichen.

Erst das Fahnden nach den „Teilern“ verschaffte Abhilfe. Deren Erbarmen mit uns und das folgende Löschen der marodierenden medialen Missgeburt beendet nach etlichen Stunden unsere Pein.

Umsonst war der Stress aber nicht – wir haben unsere Lektion gelernt: Das Netz vergisst nichts. Tatsächlich, den irgendwo steht garantiert noch die Geschichte über die Kulisenschieber in Gothas Ekhof-Teater…

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