Taxi, Taxi – zum zweiten …

Hand aufs Herz – wer hat schon einmal gründlich (und ich meine: gründlich!) das Handbuch seines Autos gelesen.

Ich bisher nicht.

Ich meinte, ich brauche solche „Bedienungsanleitungen“ nicht. Höchst selten in den zweieinhalb Jahren, da ich den Lustlaster chauffiere, schaute ich in das wirklich nicht sehr umfängliche Büchlein, um z. B. den Aus- und Wiedereinbau von Kofferraumabdeckung und Gepäcknetz möglichst rasch bewältigen zu können.

Als mir nun der Reifen um die Ohren flog, griff ich schnell nach dem Ratgeber. Zunächst auf der Suche nach dem Versteck des Warndreiecks. Das offenbarte mir das Kompendium nicht. Und ich erinnerte mich auch nicht, je das besonders bei Polizeikontrollen beliebte Teil, das man dann samt Erste-Hilfe-Kit vorzuweisen hat, je gesehen, in der Hand gehabt zu haben…

Scheiß drauf, dachte ich. Geht auch ohne.

Ab Seite 172 fand sich Wichtigeres: Die Erläuterung, wie man ans Ersatzrad kommt. Ausdrücklich war auch für den Siebensitzer dieses Procedere beschrieben. Also folgte ich den Anweisungen. Klappte brav das rechte Gestühl der in der 3. Sitzreihe vor und suchte jenes Spezialwerkzeug, mit dem man befähigt sein sollte, die Radmulde mit dem begehrten Ersatz herunter kurbeln zu können. Kein „Schlüssel mit konischem Steck-Modul“, wie angepriesen, nirgends. Weiteres Suchen unterm linken Stuhl brachte das Bordwerkzeug zum Vorschein (das dort laut Bordbuch NICHT sein sollte) und in Folge eine ernüchternde Erkenntnis. Denn in der Ersatzradmulde – höchstens von der Größe eines Ersatz-Noträdchens! – lag das Werkzeug. Und ein Reifen-Reparatur-Kit. Was nix nutzte, weil der Reifen sein Leben ja nicht wegen eines Löchleins, sondern wegen drei kapitaler Risswunden von gut 20 cm Länge aushauchte.

Ein Rückruf beim Autohändler meines Vertrauens brachte (nach einiger Zeit der Recherche, die auch er am Sonntag Morgen brauchte, da er partout aus dem Kopf auch nicht wusste, welche technischen Besonderheiten „mein“ Modell des Picasso auszeichnen) finale Gewissheit: Siebensitzern mit Luftfederung (wie meine Komfort-Karre hat) fehlt wegen der etwas aufwändigeren Konstruktion der speziellen Federung an der Hinterachse eben jenes Rad, was meine Immobilie wieder flott gemacht hätte.

Davon steht nichts im Handbuch. Nirgends.

Im ersten Frust wollte ich das scheinbar nutzlose Druckwerk dem Reißwolf anvertrauen. Inzwischen tendiere ich dazu, mein Mütchen am Pressesprecher von Citroën von Deutschland, in Köln, zu kühlen.

Natürlich nur, um Anwalt Tausender von Lesern und Opfern dieses Irrwegweisers zu sein …   

0 Kommentare

  • Anita (#)
    02.08.2010

    Das ist ja blöd! Aber zum Warndreieck: Bei mir lag das auf dem Reserverad (im Fiat Panda gibt’s das) und das findet man, wenn man den Kofferraum aufmacht und die Bodenabdeckung anhebt – fertig. Nützt in meinem Fall aber auch nichts, denn ich wüsste nicht, ob und wo ich einen Wagenheber hätte, um das Teil auch einzubauen.

  • […] (Fortsetzung folgt) […]

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