„So oder so ist das Leben …“

Ein Dankeschön-Konzert geboten zu bekommen, noch bevor man sich spendabel zeigen konnte: Das hatten Gothas Raiffeisenbanker noch nie erlebt. Jedenfalls bis jetzt. Denn die Salzmannschule bewies auch damit, dass sie eine ganz besonderer Lehranstalt ist.

Nein. Frank Sinatras “I’m singing in the rain” lief nicht in Heiko Wasserthals Auto, als er mit Sibylle Zacharias und Ute Wettstein nach Schnepfenthal fuhr. Dabei wäre das angesichts weit offener Himmelsschleusen ein wunderbarer Texteinstieg gewesen …

Der 1980er Pop-Barde Georg Michael war ’s, der zu Gehör kam, als das Trio sowie Marina Stiller, Katja Teichmann, Steffen Walter und Dietmar Lugauer zu den Salzmaniern aufbrachen. Deren Einladung bescherte den sieben Sendboten einen höchst musikalischen Bank-Donnerstagvormittag anstelle des sonst üblichen sachlich-nüchternen.

Die Aula füllte sich mit Schülern, Lehrern und den Gästen, wurde zum Konzertsaal: Zunächst kam Bach zu Ehren. Marie-Charlot Fritzlar (Violine) spielte sein Andante aus dem Konzert in a-Moll. Begleitet wurde sie von Musiklehrerin Sandra Polcuch auf der Knauf-Orgel von 1846. Sie existiert, weil die Aula ursprünglich der Betsaal für die frühen Salzmanier war.

Dann hatte der Chor seinen Auftritt. Zunächst erklang das Lied „Vois sur ton chemin“. Der französische Komponist Bruno Coulais hatte es für den Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ (2003) geschrieben. Es folgten die Spirituals „Wade in the water“ und „Ride the charriot“. Später besangen die Mädchen die „Rote Rose“, ein Stück des Münchner Musikers und Komponisten Stefan Kalmer.

Den Shanty „What shall we do with the drunken sailor?“ kennt man seit mehr als 100 Jahren. Doch was die Salzmann-Musiküsse aus dem „betrunkenen Seemann“ machten, war ein musikalisches, wenn auch wortloses Kabinettstückchen. Das Blasinstrumente-Ensemble „Puster B & Co.“ kam zum Einsatz, das Gitarren-Quartett, der Akkordeonist Jonas Osdrowski, die drei Violinistinnen Marie-Charlot Fritzlar, Meike Hofer und Patricia Baur.

Wippende Fußspitzen allenthalben. Sichtlich angetan auch RaiBa-Vorstand Heiko Wasserthal. Der kokettierte bei seinem anschließenden Auftritt zunächst mit seinem angeblichen Lampenfieber. Solches „Herzklopfen kostenlos“ teile er mit den Musikern und Sängerinnen. Die wegen ihres Vorspiels, er wegen seines Grußwortes. Das offerierte eine eher unbekannte Seite des Bankers: Er habe vorm Stimmbruch eine ganz passable Stimme gehabt und auch gesungen. Doch während sein damaliger Klassenkamerad Dieter Bohlen mit Singen Kohle scheffelt, sang Wasserthal nach eigenem Bekunden zuletzt während eines 16 Wochen dauernden Lehrgangs vor einigen Jahren, kurz bevor er Vorstand wurde. Die abendlichen Singstunden nach einem harten, langen Tag mit Männern, „alle im besten Alter so um die 30“, wären ein tolles Erlebnis gewesen – ganz unabhängig davon, wie sich das angehört habe …

Aber musikalische wie sportliche Menschen schätze er sowieso. Auch als Kunden seiner Bank, „weil das eben alles ganz ordentliche Typen sind, die Versprechen halten und Kredite zurückzahlen“. Seiner Zusage kam er dann auch nach – mit Übergabe eines symbolischen Groß-Schecks an Musiklehrerin Sandra Polcuch für ihr Konzert-Projekt.

Viermal pro Schuljahr beglückt sie damit Schüler, Eltern, das Lehrerkollegium, Freunde und Unterstützer der Spezialschule. Namhafte Musiker treten dann auf, eher unbekanntes Instrumentarium kommt zum Einsatz. Die gebürtige Bautzenerin Polcuch, die in Weimar studierte, nutzt dafür auch ihre Kontakte aus jener Zeit. Deshalb konzertieren zudem Schüler des dortigen Musik-Gymnasiums Schloß Belvedere.

Bei der Visite der Gothaer Genossenschaftler vor einiger Zeit hatte Schulleiter Dirk Schmidt unter anderem über Polcuchs Projekt berichtet. Das begeisterte RaiBa-Vorstand Wasserthal so sehr, dass deshalb die Bank jetzt 1.200 Euro für die vier musikalischen Ereignisse in der ehemaligen Reithalle beisteuert. In der findet am 25. September dann auch das erste Konzert im Schuljahr 2011/12 statt. Wegen des aktuellen Spendenschecks gab es das vorgezogene Konzert und einen Gutschein. Der versichert der Bank die musikalische Umrahmung einer Veranstaltung durch die Salzmann-Musikanten.

Nach Scheck-Tausch und Shaking-hands-Fotos gab es noch einmal etwas auf die Ohren. Und wie! Als Generalprobe für die tags darauf stattfindende Abitur-Feier gedacht, kam die große Stunde für die Elftklässlerin Sarah Leyh. Mit Unterstützung der Schulband „Interpret“, dem Hildegard Knef-Song „So oder so ist das Leben“ und dem „a-ha“-Ohrwurm „Cosy prison“ sorgte sie für Gänsehaut-Atmosphäre. Standing ovations belohnten sie und sie wiederum das Publikum mit einer Zugabe.

Der Kontakt zum Spezial-Gymnasium besteht übrigens erst seit kurzem. Es gehört zum guten Ton im Hause der Genossenschaftsbank, dass der Vorstand und sein Berater-Team übers Land fährt. Besucht werden Firmen oder Institutionen, die etwas besonders zu bieten haben, aus Bankers Sicht interessant sind. So kam man auch nach Schnepfenthal.

Was eigentlich logisch  war, denn die RaiBa pflegt seit vielen Jahren enge Kontakte zu den Gothaer Gymnasien: Die Banker gewähren Unterstützung im Fach Wirtschaft/Recht und vermitteln, wie z. B. der Wirtschaftskreislauf oder die Börse funktionieren, ganz praxisnah. Außerdem beraten sie bei der Berufsauswahl, bieten Praktika in der Bank und Bewerbertrainings an. Die RaiBa schlägt auch Themen für Seminarfacharbeiten vor, betreut anschließend deren Autoren. Nicht zuletzt bekommen die Besten der jeweiligen Abgangsklassen Preise. Dieses Bildungs-Engagement der Gothaer Bank war jetzt beim bundesweiten Wettbewerb „easy Credit: Finanzielle Bildung fördern“ einen dritten Preis wert.

(PR im Auftrag der Raiffeisenbank Gotha eG)

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