Klug-Scheißereien (14): Paraskavedekatriaphobie

Nicht sicher ist, wie viele Menschen an Paraskavedekatriaphobie leiden – der krankhaften Angst vor einem Freitag, dem Dreizehnten.

Der Wochentag als Jesus‘ Todestag und die 13 als Pechzahl haben ihre Wurzeln in christlicher Tradition. Die abergläubische Furcht vor diesem Datum kam dennoch erst im 20. Jahrhundert auf und wahrscheinlich aus den USA. Aber auch wenn der Börsenkrach 1929 als „Schwarzer Freitag“, der zudem ein 13. war, in die Geschichte einging, begann er schon am Donnerstag …

In Deutschland tauchte Freitag, der 13., zum ersten Mal 1957 in einer Glosse von Thilo Koch in der „Frankfurter „Allgemeinen Zeitung“ auf, in der er sich darüber lustig machte, dass der Stapellauf des Öltankers „Tina Onassis“ wegen des Unglücksdatums verschoben wurde.

Nicht überall auf der Welt ist Freitag, der 13., ein besonderes Datum. In Spanien und Lateinamerika gelten Dienstage, die auf den 13. eines Monats fallen (Martes 13) als Unglückstage. In Italien gilt Freitag, der 17., als Unglücksdatum.

Hoffnung für paraskavedekatriaphobische Patienten machen auch nicht Berechnungen der Mathematiker Prof. Dr. Heinrich Hemme und Jochen May aus dem Jahr 2011: Demnach sei Freitag der 13. wirklich mit größerer Wahrscheinlichkeit ein Unglückstag als ein Donnerstag, der 13. Dies läge an Phänomen der Schaltjahre.

Ein Schaltjahr liegt vor, wenn sich die Jahreszahl durch 4, nicht aber durch 100 oder ohne Rest durch 400 teilen lässt. Deshalb umfasst der Schaltjahreszyklus 400 Jahre. Innerhalb dieser Periode nun fällt der 13. häufiger auf einen Freitag als auf einen anderen Wochentag.

Dazu kommt nun die Statistik: Angenommen, ein Unglück tritt an jedem Tag mit gleicher Wahrscheinlichkeit ein. Dann erhöht sich aber die Pech-Quote für Freitage, den 13. wegen seiner durch Schaltjahre bedingten relativen Häufung.

Der gregorianische Kalender wiederholt sich wegen der Schaltjahrregel alle 400 Jahre, was genau 20.871 Wochen (146.097 Tagen) entspricht. Dabei fallen die meisten Dreizehnten (688) auf einen Freitag. Umgekehrt gilt auch, dass Freitage auf keinen anderen Monatstag häufiger fallen als auf einen 13. Am seltensten kommt Mittwoch, der 31. vor – nur 398 Mal in 400 Jahren.

Übrigens hat jedes Jahr mindestens einen, aber höchstens drei Freitage, die auf einen Dreizehnten fallen. Der kürzeste Abstand zwischen zwei solchen Dreizehner-Freitagen beträgt vier Wochen: Dann, wenn der 13. Februar ein Freitag ist und der Februar nur 28 Tage hat, ist auch der zweite März-Freitag ein 13. Zuletzt war dies 2009 der Fall, das nächste Mal wird es im Jahr 2015 sein.

Der längste Abstand zwischen zwei Dreizehner-Freitagen beträgt 14 Monate oder genau 61 Wochen. Dieser Fall tritt ein, wenn der 13. Juli ein Freitag ist und das folgende Jahr kein Schaltjahr ist. Dann fällt erst der 13. September des Folgejahres wieder auf einen Freitag. Letztmalig war dies im Juli 2001 und September 2002 der Fall. Es wiederholt sich in diesem Juli 2012 und dem September 2013.

Eine Pause von ebenfalls 14 Monaten (61 Wochen) zwischen zwei Freitagen den 13. erfolgt auch, wenn der 13. August ein Freitag und das folgende Jahr ein Schaltjahr ist. Dann kommt es erst wieder im Oktober des Folgejahres zum „schwarzen“ Freitag. Letztmalig war dies im August 1999 und im Oktober 2000 der Fall. Das nächste Mal passiert dies im August 2027 und Oktober 2028.

Quellen: http://www.deutscher-weiterbildungspreis.de/presse.html, Wiki, eigene Erfahrungen 🙂

0 Kommentare

  • BastianBalthasarBux (#)
    13.07.2012

    Eigentlich muss das Wort Paraskevidekatriaphobie lauten. Und so wird es zumeist auch in den anderen Sprachen geschrieben.
    Das liegt daran, dass Freitag auf griechisch ‚paraskevi‘ lautet, nicht paraskave!
    Das ganze kommt übrigens – ungewöhnlicherweise – aus dem neugriechischen, so wie auch die Triskaidekaphobie.

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