Oscar-Kolumne: HEYmatkunde

Sieben. Ist dreizehn minus sechs. Wer mag, kann auch ein illuminatisches Zahlenspiel erkennen.

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Matthias, der HEY.

Im siebten Jahr gibt es zum großartigsten Geheimnis Gothas ganz spezielle HEYmatkunde. Die liefert der Matthias, dessen Familienname sich famos in vielerlei Variationen verwortdrechseln lässt. Da HEY damit anfing, nutz’ ich seine Steilvorlage, trotz der ehernen Regel ehrbaren Journalismus’: „Keine Wortspielereien mit Namen!“

Der damalige Ordnungs- und Finanzdezernent der Stadt Gotha warf 2009 seinen Hut und seinen guten Namen in den (Wahlkampf-)Ring. Weil er einer seiner Schwächen erlag. Jener für die Sozialdemokratie. Deshalb sitzt er – im siebten (!) Jahr – im Thüringer Landtag. Wurde gar zum Vorturner deren Fraktion. Dass die jüngst arg schrumpfte, liegt aber nicht am HEY-Life, das der gelernte Offset-Drucker seither liefert.

HEYs Aufstieg vom roten Rathaus ins Hohe Haus der Landespolitik bewies: Der gebürtige Erfurter (Jahrgang 1970) hat ein Herz für Schwache und Beladene. Wie die seltsam siechende Thüringer Sozialdemokratie. Oder die Illuminaten. Auch jenen eilt ein eher verheerender Ruf voraus. Gelten als gefährliche Geheimbündler, seit sie in Gotha dank blaublütigen Beistands von Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1745 – 1804) bestens beiHEYmatet waren.

Die HEYmliche Leidenschaft für Illuminati entfachte übrigens Großmama Marie. Die wusste Wundersames über die Wege und Stege in Gothas Grünem Herzen zu erzählen. Was den Enkel unHEYmlich beeindruckte. Und nicht mehr losließ.

Bis zur Brandstiftung 2009 in der Orangerie, dieser Gothaer Pretiose. Ein Freundeskreis wollte zunächst dem Lorbeerhaus zu altem Glanz verhelfen. Erste Wiederbelebungen wurden aber im April Raub der Flammen. Da erhellte den Dezernenten, der helfen wollte, ein inneres Leuchten. Derart illuminiert, startete er seine sagenhaften (Ver-)führungen zu „Tempel, Sphinx und Illuminaten“.

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Der Merkur-Tempel.

Seither erHEYtert er an August-Wochenenden Gäste auf den Spuren von Weisband & Co. und Wegen zwischen lichten und dunklen Orten, wie sie Lancelot Brown 1780 bis 1782 anlegte. Zeigt, wie viel Sechs-Appeal der Merkur-Tempel hat. Dass 1776, 1789 und die 13 illuminatische Zahlen sind und seit über 100 Jahren auf jedem Ein-Dollar-Schein verewigt. Was aber kaum als Beleg tauge, das „allsehende Auge“ der Illuminaten habe den Weltenlauf immer noch im Blick.

Den Lohn für den launigen Landschaftslauf schafft er indes nur HEYm, um ihn zu gleichen Teilen den „Orangerie-Freunden“ und dem „Förderverein der Forschungsbibliothek“ zu geben. Rund 13.000 Euro HEYmste er so ein. Das ist aller Ehren wert, selbst wenn Matthias deshalb kein HEYland wird.

Warum ich dafür wie wild die Werbetrommel rühre?

Weil ich jüngst an die heiß begehrten Karten kam. Dank meiner Facebook-Freunde von „Mein Gotha lob‘ ich mir … Plaudereien in und um Gotha“. Dort ist übrigens willkommen, wer Geschichtliches liebt und Gotha – ob als Geburtsstadt oder Wahlheimat. Hier trägt man „altes Wissen“ zusammen und erhält es.

Ganz so wie der späte Wassermann (16. Februar) und Typ mit dem roten Schlips, der Süßigkeiten, Dollarnoten und sein ganz geHEYmes Wissen teilt.

 

 

 

Links:
1 Matthias Hey und die Illuminaten
2 Die Story über die Schwedenkiste (45 min.)
3 Ein 2011er ZGT-Video über die HEYmatkunde (6 min.)
4 Schein und Sein des Ein-Dollar-Scheins (45 min.)
5 Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e. V.
„Orangerie-Freunde“ Gotha e. V.
7 1. Teil einer Doku von „Welt der Wunder“ (12 min.)
8 2. Teil der Doku von „Welt der Wunder“ (6 min.)

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Die illustre, illuminatisierte, gar nicht geheime Gesellschaft der ehrenwerten Facebook-Schwestern und -Brüder von „Mein Gotha lob’ ich mir…“ auf den Pfaden ins Mysterium und zu lichten und dunklen Orten.

(Kolumne, veröffentlicht im “Oscar am Freitag”, Ausgabe Gotha, am 28. August 2015)

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