Wort zum MUTwoch: Erbarmen!

Kennen Sie Tage, an denen ALLES schief geht, was schief gehen kann!?!
Ich hatte gestern so einen. Der fing sogar schon Montag an.

Weil diese Woche aus beruflichen Rumtreibereien fern der Heimat besteht, verpasste ich mir Stubenarrest. Dauer-Wortdrechseln zum Wochenanfang. Auftrags-Bugwelle wegschreiben. Nur glückliche Kunden sind gern zahlende Kunden …

Das ging erstaunlich locker aus dem Hirn und von der Hand. Deshalb besuchte ich abends mein Sportstudio, denn den Body zu builden bringt nützliche Effekte. Zum einen habe ich in geschätzt 25 Jahren wieder meine Bikini-Traumfigur. Zum anderen wird der Kopf frei, schweigen all die Stimmen, die mir einreden: Du hast noch dies vergessen. Du solltest doch das noch machen …

Letztlich noch ein Beweis, das bei Männern die Menge des Blutes beschränkt ist, immer nur für eine wichtige Körperfunktion reicht. In dem Falle für jene Schwellkörper, denen die holde Weiblichkeit mehrheitlich sogar in aller Öffentlichkeit Bewunderung zollen – für Bizeps, Trizeps, Musculus gluteus maximus & Co.

Endorphingeschwängert und hoch motiviert wollte ich noch oberschlau sein und tankte. Angeblich sind neuerdings spät abends die Preise besonders niedrig.

Gestern morgen erkannte ich meinen Zehn-Cent-Irrtum. Zum Trost wollte ich auf der Fahrt nach Leipzig meinem Navi-System die Daten aus dem vorigen Jahrtausend austreiben. Nach dem Einspuren auf der Autobahn warf ich die erste CD ein. Was folgte? Der Monitor meines Radio-Navi-Telefon-Klimaanlagen-Sitzheizungsbedien-ESP-ABS-Einparkhilfe-Reifenluftdruckprüf-CD-Spieler-Dingsbumms-Superstars wurde grün und blau – und dann schwarz.

Während der Fahrt das Handbuch zu lesen, um den Reset-Knopf  zu finden, unterließ ich.

Ungewohnt still daher die Fahrt. Kein Schwein rief mich an. Keine näselnde Stimme empfahl an der nächsten Ausfahrt rechts zu fahren. Und auch DeutschlandRadios „Kultur“ blieb mir vom Leibe.

Bestandteil ­- und unzweifelhafter Höhepunkt – des anschließenden Teammeetings sollte das Grillen Original Thüringer Bratwurst sein. Weil es vor Ort daran mangelte, hatte ich sie dabei wie auch Born-Senf und selbst der Grill ging mit auf Reisen.

Als ich den aufbaute, fiel mir auf, dass ich das Gitterrost, auf dem die Glut lodern sollte, vergessen hatte. Darüber nachsinnend, wie ich möglichst unauffällig meinen Fehler kaschieren konnte, half ich beim Möbelrücken: Aus dem Bürofenster im Hochparterre wurden erst Stühle gereicht, dann ein Tisch. Dessen Gewicht hatte der Obermann falsch eingeschätzt und ließ ihn daher aus den Händen gleiten, ehe ich zufassen konnte. Deshalb bremste mein Brust- ein Tischbein. Schmerz lass nach!

Das Grillen verlief weitgehend reibungslos. Dass beim Glut-Entsorgen mir ein heißer Rest in den Schuh fiel, sei am Rande erwähnt.

Nach einer Rückreise im Schweiße meines Angesichts, weil ohne Klimaanlage, stellte ich dann zu allem Überdruss, mit Entsetzen und gegen 19 Uhr fest, dass ja morgen (aus Sicht von heute) wieder ein „Wort zum MUTwoch“ fällig wird.

Das gab mir dann doch den Rest.

Deshalb bitte Sie jetzt und nur der Ausnahme halber: Haben Sie Erbarmen mit mir! Ich verspreche auch, nächste Woche gibt es an dieser Stelle wieder eine richtige Kolumne :-)!

(Mittwochs gibt es “Das Wort zum MUTwoch” im Blog vom thueringen-reporter)

Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.