Das Wort zum MUTwoch (86): Pyromane Beetnässer

Thüringen hat endlich ein Kurort-Gesetz!

Auch wenn die aktuelle Image-Kampagne des Freistaates irreführend und irrtümlich den Eindruck erweckt, das Geburtsland der Gartenzwerge sei zum Silicon Valley des Ostens geworden: Die meisten Touristen kommen aus anderen Gründen her – der immer noch zu findenden, unberührten Natur, dem klaren Wasser der vielen kleinen Bäche und der sauberen Luft wegen …

Das muss zünftig gefeiert werden!
Mit Freudenfeuern.

Aber Kleingärtner, aller Länder vereinigt Euch! Sonst habt ihr bald nichts mehr zu Lachen … Uns anderen vergeht nämlich der Spaß wegen Euch. Denn es stinkt zum Himmel und sonst wo hin.

Schließlich gibt es immer wieder unter Euch hiesigen Beetnässern einige, die selbst noch außerhalb staatlich verordneter Luftverschmutzung kokeln, wann immer was zum Kokeln da ist. Gänzlich unbeeindruckt – und meist ungestraft – tun das diese egoistischen Nebelkerzen-Werfer: Was kümmert mich fremde Atemnot?

Glücklicherweise ist in Gotha samt aller Ortsteile, in Tambach-Dietharz, Friedrichroda, Finsterbergen, Tabarz, Günthersleben-Wechmar, Georgenthal und im Zentrum von Neudietendorf solchen Frischluft-Saboteuren das stinkende Handwerk gelegt.

Das war übrigens in den Jahren zuvor auch so. Und man hat aus diesen rauchfreien Zonen nix gehört von lodernden Aufständen der Gartenzwerg-Kolonisten oder von Bioabfall-Blockaden amtlicher Dunst-Verweigerer. Im Gegenteil: Dort gibt’s dann gewaltig Feuer, wenn einer doch illegal zündelt!

So’n kleines Feuerchen – klar ist das was Feines! Kann richtig romantisch sein. Oder zumindest eine kulinarische Bereicherung: Erdäpfel lassen sich so auf recht rustikale Art und Weise zubereiten. Man kann sich Knüppelbrot backen oder alles Mögliche in den züngelnden Flammen knusprig braten.

Ich kann’s trotzdem nicht begreifen, mit welch infantilem Spaß manche Laubenpieper erst ihre Häufchen machen und dann hoffen, dass der Funke überspringt. Wenn’s wenigstens ein flammendes Inferno werden würde! So aber wollen die Scheiterhaufen-Freaks mit allem Möglichen die Glut entfachen.

Selbst nahezu Blinde oder jene, deren Riechkolben eigentlich den Dienst eingestellt hat, bekommen dann mit, wenn sich die gesammelten Ergebnisse der alljährlichen Entrümpelungsaktion von Boden, Keller und Datsche buchstäblich in Rauch auflösen.

Kommt man auf der Autobahn von Erfurt, versinkt deshalb in dieser Zeit das Gothaer Land im blauen Ekel-Dunst.

Komme mir noch mal einer mit Feinstaub und mosere ’rum, weil ich einen Franzosen-Dieselwiesel kutschiere! Dem hat ein Filter das Rauchen abgewöhnt. Aber was machen wir mit Euch schwer entflammbaren Gartenzaunkönigen?

Daniel Gottlob Moritz Schreber muss sich doch wie auf glühenden Kohlen im Grab fühlen: Der deutsche Arzt und Hochschullehrer an der Universität Leipzig (geboren 15. Oktober 1808 in Leipzig; gestorben 10. November 1861 in Leipzig) gilt zwar als „Erfinder“ des gleichnamigen Kleingartens. Er wird aber mit keiner Silbe an solche Zünd-Holzköpfe gedacht haben, die heute die Volksseele zum Kochen bringen.

Übrigens: § 3 des Bundeskleingartengesetzes fordert: „Die Belange des Umweltschutzes, des Naturschutzes und der Landschaftspflege sollen bei der Nutzung und Bewirtschaftung des Kleingartens berücksichtigt werden.“

Das Gesetzespapier würde wenigsten einen guten Zweck erfüllen, wenn es die kleingärtnerischen Feuerteufel als Brandbeschleuniger nutzten …

Seit 29. Februar 2012 gibt es “Das Wort zum MUTwoch” in der

 

 

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