Das Wort zum MUTwoch (45): Ranzen, Hähne und Frischhaltefolie

Pauline schnatterte jüngst gar nicht provinziell in der „Gothaer Internetzeitung“ über Problemzonen und die Figur formende Unterwäsche. Die 30 % Mädchen in mir litten bei jeder Zeile mit …

Dass Männer außer Form geraten, ist kein Geheimnis. Auch nicht, dass es ’nem Kerl meist am Popo vorbeigeht, geht er aus dem Leim. Merkwürdig zudem, dass sich besseren Hälften selten daran stören. Ist das deren Schlussfolgerung aus dem frivol-fröhlichen Volksmund, wonach ein guter Hahn selten fett wird?!?

Ich war als Hosenscheißer ein Strich in der Landschaft und schaffte es selbst als Mittzwanziger kaum deutlich über die 60-kg-Marke.

Das änderte sich erst später.
Dafür schlagartig.
Dramatisch mit dem Ende meiner Karriere als Kettenraucher. Der wiederkehrende Geschmackssinn hatte Folgen …

Das Wachstum meines Bauches – volkstümlich und liebevoll auch „Ranzen“, „Kessel“ oder „Wampe“ genannt – war dramatisch. In Halbjahres-Schritten nahm die Bundweite um eine Jeansgröße zu. Eine Folge: Musste ich zu öffentlichen Begängnissen und in einen von meinen drei Anzügen, blieb mir von Mal zu Mal mehr die Luft weg. Geiz und Eitelkeit hinderten mich aber, jeweils passende Größen nachzukaufen. Ich verzichte sogar auf eine universell einsetzbare Dehnbundhose.
Meine Küchen-Kompetenz half. Frischhaltefolie bekam bei mir eine völlig neue Funktion. Ohne übermäßiges Leiden konnte ich locker 15 cm Bauchumfang wegwickeln. Anders als bei Miederhosen kam noch ein thermischer Effekt dazu. Luftdicht verpackt, schien das Hüftgold zu schmelzen. Zumindest bildete ich es mir ein.

Man (und frau) glaube aber nicht, dass nur der zunehmende Ausschlag der Waage Pein bedeutet! Ich bin der lebende Beweis. In verblüffend kurzer Zeit kullerten die Kilos. Ohne Diät und mit genau so viel oder wenig Sport wie zuvor.

Das tut Rainers Eitelkeit allerdings auch nicht nur gut. Zum einen fragen liebe Freunde und freundliche Bekannte nach dem Wohlbefinden, vermuten das glückliche Überstehen einer schweren Krankheit. Zum anderen kommt Liane F. gar nicht mehr hinterher, die Lieblingsjeans anzupassen.

Ich finde eben einen Knackarsch Klasse.
Nicht nur an einem Mädel.
Sondern auch bei mir.

(Foto: ilchbecker 2008)

Seit 29. Februar 2012 gibt es “Das Wort zum MUTwoch” in der

Außerdem erscheint seit Dezember 2002 im “Oscar am Freitag” in der Lokalausgabe Gotha am jeweils letzten Freitag im Monat meine gedruckte Kolumne – “Der Aschenbrenner hat das Wort”; die hier auch anschließend veröffentlicht wird.

1 Kommentare

Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.