Das Wort zum MUTwoch (40): „Oscar“ascho!

Manche Sachen kommen nicht zu spät. Zum Beispiel die Gratulation zu 10 Jahren „Oscar am Freitag“.

Wieso? Weil selbst die Macherinnen und Macher in Gothas Oststraße ihr Jubiläum verpennt haben. Der erste freche „Oscar“ steckte nämlich im Juni 2002 in den gothschen Briefkästen.

Nun will gut Ding Weile haben. Fünf Monate über ’n Termin sind aber zu viel des Guten. Hartnäckig hielt sich dennoch das Gerücht vom November-als Jubel-“Oscar“. Wurde er aber nicht. Weshalb auch die Gratulationsanzeige von uns sechs Curcumaniacs irgendwie deplaziert wirkte …

Auch meine übliche Kolumne, diesem Anlass gewidmet, erschien nicht. Weil beim “Oscar“ Basisdemokratie herrscht. Die Mehrheit der Truppe befand jedenfalls, dass meine Zeilen zu sehr dem herausgebenden (Be-)Herrscher des Oscar-Universums huldigten …

Deshalb fehlten mir kurz die Worte. Denn ich traue keinen Lobeshymnen. Ist doch deren Gehalt an Wahrheit und Wahrhaftigkeit oft gering.

Trotzdem hielt ich es für angebracht, von ganzem Herzen und mit enormem Respekt zu gratulieren, dass Gotha seit zehn Jahren nun „Oscar“stadt ist.

„Oscar“ – das war, ist und das wird hoffentlich noch recht lange Maik Schulz sein. Man muss ihn weiß Gott nicht lieben; aber dieses Bravourstück ist aller Achtung wert! Auch deshalb, weil zu Beginn niemand – erst recht nicht er! – ahnte, was für ein Abenteuer das wird. Und das ist es in der Tat! Nicht nur, weil ein namenloser Kleinstverlag sich mal vorwitzig ins Piranhabecken wagte, das die Thüringer Printmedien-Szene ist. Zunächst unbeobachtet oder höchstens geringschätzig belächelt, räuberte er erst in Gotha, später in Jena, Weimar und Erfurt. Nicht jede dieser Reichweiten- und Auflagenjagden verlief erfolgreich, kostete Lehrgeld. Nicht aber den unbeirrbaren Glauben daran, dass der „Oscar“ und sein Team eine Chance hat und haben wird.

Die Mann-, eher: vorwiegend Frauschaft wandelte sich über die Jahre. Mit Tassja Schilling und Andrea Fanselau sind zwei Mädels und Klaus Liem ein Mann der ersten Stunde heute noch dabei. Andere, die kamen, blieben nicht. Das hatte viele Gründe – Herrn Schulzens wirklich sehr spezieller Charme ist nur einer davon.

Aber eines muss gesagt werden: Ich schätze an dem Kerl seine porentiefe Ehrlichkeit und dass er zu seinem Wort steht. Das können auch jene nicht leugnen, die im und mit Zorn dem „Oscar“ den Rücken kehrten. Maiks Wutausbrüche deshalb sind ebenso legendär wie sein trotzdem darauf folgender, stets versöhnlicher Umgang.

Ehrlich sein und Wort halten – beides ist selten geworden. Daher schätze ich, dass über alle Jahre unsere Freundschaft Bestand hat. Trotz einander gelegentlich gelieferter, kleiner, dafür umso heftiger ausfallender Scharmützel, die wir mit Hingabe austrugen. Und sicher weiter austragen werden, nicht Maik?!?

Und der Schulz ist ein geniales Schlitzohr. Bestens vernetzt. Außerordentlich gut informiert. Hellwach und mit guten Instinkten, die ihm signalisierten, wenn sich der Wind in der Branche drehte. Maik ist ein echtes Schwergewicht geworden.

Die Doppeldeutigkeit dieses Satzes ignoriere ich jetzt mal … 🙂 Allemal ist aber die Zahl der offenen Wettschulden bei mir und anderen – bezogen auf verlorene Vorgaben zur Reduktion seines Lebendgewichtes – recht groß.

Nein, Maik ist tatsächlich ein mediales Schwergewicht. Wie sonst wäre es denkbar, dass selbst die Größen der Thüringer Branche regelmäßig zu ihm Kontakt haben.

Selbst die Unternehmensnachfolge ist geregelt. Gustav Karl Heinz Peter Schulz kann – pünktlich zum Beginn des Vorruhestands seines Herrn Papa im Jahr 2038 – die Amtsgeschäfte übernehmen. Im März tat der Bursche seinen ersten Brüller. Schon damals war seine Herkunft unübersehbar. Inzwischen kann der kleine Scheißkerl ebenso griesgrämig oder spitzbübisch gucken wie sein Herr Papa. Ganz zu schweigen von biometrischen Besonderheiten wie Kinnform und Haaransatz resp. –wuchs.

Noch einmal und ganz zum Schluss dem Schulz und seinem Team zugerufen:
Zehn Jahre „Oscar“ sind nicht genug.
Deshalb: Weitermachen!

Seit Dezember 2002 erscheint im “Oscar am Freitag” in der Lokalausgabe Gotha am jeweils letzten Freitag im Monat meine gedruckte Kolumne – “Der Aschenbrenner hat das Wort”; die hier auch anschließend veröffentlicht wird.

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