Das Wort zum MUTwoch (136): Dein Freund und Helfer…

Heute Mittag. Auf dem Rückweg vom Termin in Königsee. Auf bekanntem Kurs. Daher spielen die Gedanken im Kopf Hasche. Kurz nach Gehren – am Straßenrand steht ein warnblinkendes Polizeiauto. Und der dazugehörige Freund und Helfer… – der mich herauswinkt.

Prompt mault der böse Fred ins rechte Ohr: „Na, haste wieder Scheiße gebaut?“ War ich zu schnell? Habe ich eben doch bei Kirschgrün die Kreuzung gequert?

Keine Zeit für weitere Spekulationen: Ich halte, krame Fahrerlaubnis und Fahrzeugpapiere heraus, lasse die Scheibe runter, sage „Guten Tag!“ und schaue den Ordnungshüter ahnungslos-freundlich an.

Der nickt und fragt: „Entschuldigen Sie bitte, wo geht es nach Ilmenau?“

Ich muss ziemlich blöd aus der Wäsche geguckt haben, denn er wiederholte seine Frage: „Entschuldigen Sie bitte, wo geht es nach Ilmenau?“

Immer noch verdattert – auch wegen des unzweifelhaft schwäbischen Zungenschlags –, frage ich zurück: „Warum?“

Die missverständliche Situation findet ihr Ende, als der Uniformierte sich ausweist und erklärt: Er ist ein echter Polizist. Zudem tatsächlich Schwabe und aus der Nähe von Stuttgart. Und obendrein Praktikant, weil noch im Studium.

Und er hatte einen Dienstreiseauftrag. Sollte von Saalfeld nach Jena fahren, wie dort steht. Nix Ilmenau. „Aber ich hab’ doch nach dem Weg gefragt?“, wendet er entschuldigend ein.

Der Bursche kratzt sich verdutzt seinen schwäbischen Schädel, schaute etwas hilflos und damit Mitleid erscheischend aus. Also schlage ich ihm vor, dass ich seine Eskorte werde – bis zum Erfurter Kreuz. Ab da, auf der A 4 Richtung Osten, fände er wohl dann doch noch sein Tagesziel alleine – darüber waren wir uns dann schnell einig.

Bis zum Autobahnkreuz fuhr er artig hinterher. Ich kam trotzdem ins Schwitzen: Noch nie hatte ich Polizei im Schlepptau! Das macht einen wirklich nervös.

Und als er fort war, machte ich mir dann doch so meine Gedanken: Hatte er keine Karte? Hat sein Auto keine Funkgerät? Hat die Polizei keine Navigationsgeräte? Ein Handy hatte er jedenfalls auch nicht.

Jetzt warte ich auf die nächste Sendung a la „Verstehen Sie Spaß!“ oder eine mit einer versteckten Kamera…

Die zeigt dann: „Thüringen – das Land, wo man den Gartenzwerg und den flotte politischen Dreier erfand. Und wo Polizisten auf den rechten Pfad gebracht werden müssen.“

Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.