Das Wort zum MUTwoch (128): Wer kann Kante?

Merken Sie es?
Merken Sie, dass in 25 Tagen die Welt eine andere sein wird, die Würfel gefallen sind?

Nein?
Ich auch nicht…

Dabei könnten wir doch nach dem 14. September richtungs- und wegweisende Wahl-Botschaften aus Thüringen in die weite (Bundes-)Welt senden:

Gibt es den ersten linken Ministerpräsidenten? Oder versagen die gut 4.500 SPD-Mitglieder, die dafür sein müssen, die Gefolgschaft?

Wagt dann Matschie das Ypsilanti-Manöver – die Kehrtwende bei voller Fahrt?

Wie viele Fiedler hat die CDU, die dann – um der Macht willen – selbst mit den Schmuddelkindern von der AfD kuscheln würden, falls die die 5-%-Hürde schaffen?

Könnten die Grünen zur Not und ohne Christine dann mit Mike „Merlin“ Mohring, dem tatendurstigen Typen aus der Toskana des Ostens? Unlängst und in der ZEIT war er Feuer und Flamme dafür.

Und was ist, entschieden sich 5 % der Wähler doch für diese blau-gelben „Wir sind dann mal weg“-Selbstauflöser-Sippe?

Alles noch fast vier Wochen Spekulationen.
Alles noch fast vier Wochen offen.

Und allemal gute Gründe eigentlich, mit Herz und Hirn und Arsch in der Hose um die Gunst zu kämpfen.
Um Ihre.
Um meine.

Passiert aber nicht.

Was ist bloß los?
Was ist bloß mit dieser Demokratie los, dass sogar Wahlkampf-Kandidaten wadenkrampfkrank am Wegesrand liegen statt sich ihre Argumente um die Ohren zu hauen?

Da werden brav brave Plakate gehängt. Die sind noch langweiliger als die der Landtagswahl von vor 5 Jahren. Langweilig, weil noch es viel weniger um Mut zum Ändern geht, mit neuen Ideen um Ihre, um meine Stimme geworben wird.

Haben es all die oberschlauen Wahlkampf-Strategen geschafft? Haben sie auch dem letzten Rebellen den Zahn gezogen, dass obsiegt, wer Ecken, Kanten, ein Profil und eine eigene Meinung anbietet?

Selbst im Freundes- und Bekanntenkreis wächst die Zahl derer, die – wenn sie überhaupt wählen gehen – sich erst auf den letzten Pfiff entscheiden. Ganz nach Wahlsonntags-Morgenmuffellaune… Oder so.

Andererseits kein Wunder.

Gehen doch gerade die beiden Groß-Koalitionäre mit ganz schlechtem Beispiel voran:
Bildungsminister und SPD-Vorsitzender Christoph Matschie lässt seine Spitzenkandidatin versprechen, 500 neue Lehrer einzustellen. Wenn sie und er und die SPD gewählt werden. Warum tat er das nicht in den 60 Monaten bisher?

Noch wilder treibt es die Ministerpräsidentin: Lieberknecht stellt vor Wochen Vollbeschäftigung in Aussicht. Falls sie gewählt wird. Dann spricht sie mit BILD und davon, nicht mehr Ministerpräsidentin sein zu müssen. Um kurz darauf medienwirksam den Verzicht des Verzichts auf den höchsten Regierungsjob zu verkünden.

Montag nun fanden Finanzminister Voß und Bauminister Carius 125 Mio. Euro. Und versprechen beide, die für die Sanierung von Schulen etc. bis 2019 ausgeben zu wollen. Sie ahnen es schon – natürlich nur unter der Bedingung, dass sie respektive ihre CDU wieder gewählt werden.

’s wird Zeit für einen Generationen-Wechsel, oder? Denn dass das gaaaanz anders gehen kann, haben wir doch erlebt?

Ich jedenfalls trauere dem erfrischenden Schlagabtausch der jungen Wilden aller Parteien zur Kommunalwahl nach. Das war doch mal was?!?

Kann man nur hoffen, dass die Jungstars sich nicht von den Parteimühlen rundschleifen lassen.

Das wünscht zum MUTwoch ein nachdenklicher Herr Aschenbrenner.

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