Katzenjammer (TA-Tagebuch vom 6. August 2008)

Ich habe es schon immer geahnt; ich unterschätze die Gefahren, die von Rothäuten ausgehen. Meine, jener Kater, der auf den schönen Namen “Louis” hört, sprang gestern, während ich schreibtischlerte, auf meine Wort-Drechselbank und fläzte sich quer über die Tastatur. Wutsch, war mein unfertiger, weil eben noch in Arbeit befindlicher TA-Tagebucheintrag futsch. Seite zu, Text fort.

Dachte ich.

Vorhin erfasste mich das blanke Entsetzen: Das Rudiment hatte trotzdem seinen Weg in den öffentlichen Tagebuch-Raum gefunden. Ob jetzt Menschen von mir meinen, ich sei Legastheniker oder zumindest sprachgestört?

Wie dem auch sei, jetzt ist die Schmach getilgt und der Text überarbeitet.

Louis aber schon wieder hier. Mein Büro ist nämlich der kühlste Ort im Haus – die Nordlage macht’s und der steinerne Fußboden. Ein guter Ort zum Arbeiten – und nicht nur an solch heißen Tagen.

Ich frage mich, wie es die Katzeks in ihrem dicken Fell nur aushalten? Manchmal schmeißen sich Louis und sein älterer Kater-Kollege Willi (welcher meinem Weibe gehört und der von ihr liebevoll “Stubenschwuchtel” geheißen wird, was aber nicht diskriminierend gemeint ist, aber seine grundsätzlich schwule Lebenshaltung trefflich charakterisiert) sogar auf den heißen Terrassenboden und dösen in der glühendsten Sonne…

Das müsste man mal am eigenen Leib erleben können: Diese Vision treibt mich eh seit Jahren um – einmal mit meinem Kater den Körper tauschen zu können. Was für ein Gedanke! Ich finde ihn allemal inspirierender als jene Geschichten, bei denen das Midlife-krisengeschüttelten Müttern und deren pubertierenden und zickenden Töchtern widerfährt.

Wenn frau “Feuchtgebiete” beschreibt und damit einen Bestseller landet, warum sollte dann aus der “aus der Haut und in das Fell fahren”-Geschichte nicht auch ein Hitparaden-Stürmer werden?

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