Das Wort zum MUTwoch (93): Aufstehen. Und widersetzen!

Gestern war der internationale Tag der Menschenrechte.

Gestern wagten 562 Schriftsteller aus aller Welt Widerstand gegen die Totalüberwachung. Nicht nur durch die der NSA.

Gestern erschien weltweit in mehr als 30 bedeutenden Tageszeitungen ihr Protest. Unter dem halben Tausend sind Nobelpreisträger wie Elfriede Jelinek, Günter Grass, Orhan Pamuk oder J. M. Coetzee.

Da heißt es unter anderem:
„Ein Mensch unter Beobachtung ist niemals frei; und eine Gesellschaft unter ständiger Beobachtung ist keine Demokratie mehr. Deshalb müssen unsere demokratischen Grundrechte in der virtuellen Welt ebenso durchgesetzt werden wie in der realen.“

Vor einigen Wochen las ich eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov auf ZEIT ONLINE:
49 Prozent der Befragten sagten, dass sie sich trotz der neuesten Enthüllungen nicht von den USA überwacht fühlten. 40 Prozent fanden es sogar richtig, dass Staaten die Kommunikation im Internet überwachen, um sich zu schützen. Selbst die Mehrheit der befragten FDP-Wähler war für staatliche Überwachung. Einzig bei den Wählern der Grünen und der Linkspartei lehnten die meisten den digitalen Lauschangriff ab.

FILE PHOTO 7OCT89 - TO GO WITH STORY BC-COMMUNISTS-GERMANY-DISSIDENTS - Former East German riot police run next to the Karl-Marx memorial in the the city center of former East German town of Leipzig during a public protest against the tyrannical East German communist regime in a file photo October 7, 1989. The Monday marches in Leipzig forced communist dictator Erich Honecker from power and brought down the Berlin Wall on November 9, 1989. FAB/CLH/
FILE PHOTO 7OCT89 – TO GO WITH STORY BC-COMMUNISTS-GERMANY-DISSIDENTS – Former East German riot police run next to the Karl-Marx memorial in the the city center of former East German town of Leipzig during a public protest against the tyrannical East German communist regime in a file photo October 7, 1989. The Monday marches in Leipzig forced communist dictator Erich Honecker from power and brought down the Berlin Wall on November 9, 1989.
FAB/CLH/

Vor 24 Jahren standen erst ein paar, dann Hunderte, zum Schluss 70.000 auf Leipzigs Straßen. Sie hatten viele Ziele. Eines davon war, den Stasi-Überwachungsstaat zum Teufel zu jagen.

Den Aufruf der Autorengruppe „Writers Against Mass Surveillance“, der weltweit verbreitet wurde, initiierten u. a. Juli Zeh und Ilija Trojanow. Im Interview mit der FAZ vom 10. 12. sagte Juli Zeh:

„Alles Wichtige wurde schon gedacht, gesagt, essayistisch analysiert. Jetzt muss gehandelt werden.“

Ich habe eben die Resolution der Autorengruppe unterzeichnet. Ich erinnerte mich an einen Slogan des Wendeherbstes, der mich ins Mark traf:

„Aufstehen. Und widersetzen!“

 

0 Kommentare

  • Enrico Stiller (#)
    12.12.2013

    …und damit so eine „Panne“, wie vor 24Jahren in Leipzig nicht noch einmal passiert, braucht der Staat die totale Überwachung ! Herr Friedrich muss doch vorgewarnt werden, wenn das Volk trotz des Nachmittags-Programmes auf RTL aus dem geistigen Koma erwacht und beginnt, sich eine eigene Meinung zu bilden.

  • Rainer Aschenbrenner (#)
    12.12.2013

    Enrico, Friedrichs ist nur der aktuelle „Kontroll-Freak“. Schon 2005 (!) hat der grün-rote Wechselbalg Otto Schily dafür den Weg geebnet.

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