2. Gothaer „St. Florianstag“ mit echtem Heiligen

St. Florian und Petrus scheinen keine Freunde. Schon bei der Premiere des „St. Florians-Tages“ im vorigen Jahr zeigte der Himmelswächter den Gothaern die kalte Schulter. 2011 sorgte er zwischendurch gar für zusätzliches Löschwasser. Doch solche Fisematenten beeindruckten niemanden. Vorsorglich hatten die Brandschützer Zelte aufgebaut, unter denen sich goth’sches Volk flüchtete, wenn sich kurzzeitig die Himmelschleusen öffneten.

Das es was zu Schauen und zu Staunen auf dem Neumarkt gab, hatte sich herumgesprochen. Deutlich mehr Zaungäste als im Vorjahr kamen; wuselten zwischen den Feuerlöschern herum, darunter auch wieder viele Kinder. Die sind ja sowieso immer begeistert, wenn es ums Tatütata geht.

Mal selber mit Feuerwehrmann zu sein, reizte auch Fabio Genova. Der Fünfjährige absolvierte so energisch wie ernsthaft die Hindernisstrecke.
Die nimmt sonst der Feuerwehr-Nachwuchs wie Monique, Jennifer und Florian (da sieh einer an!) unter die Stiefel. Die elfjährige Monique aus der Oststadtschule ist das einzige Mädel in ihrer Klasse mit diesem besonderen Hobby. Zu dem war sie vor eineinhalb Jahren dank ihrer Mama gekommen: „Sie wollte, dass ich selbstständiger werde“, erzählte der kecke Blondschopf. Zwar konnte sie ihren gleichaltrigen Freund Roman noch nicht überzeugen, mitzumachen. Aber was nicht ist, könne ja noch werden, meinte sie verschmitzt und enterte mit großer Begeisterung die Drehleiter fürs Foto.

Anstrengender war hingegen der Einsatz für Sarah Engelmacher (16). Sie musste ordentlich Druck an der Kübelspritze machen, damit der achtjährige Marc Hildebrandt den Großbrand in Gothas Rathaus möglichst rasch löschen konnte.
Ins Schwitzen kam aber auch Matthias Görlach. Das lag am Chemieschutzanzug, unter dessen Gummihaut man wohl schon nach wenigen Minuten Einsatz wahrlich im eigenen Saft schmort. Seit sechs Jahren gehört er zur Berufsfeuerwehr, schlüpfte auf dem Neumarkt in die Rolle eines Models und eben in das giftgrüne Kostüm. Chris Zabel in der silberfarbenen Hitzeschutz-Montur dürfte es ähnlich wohlig warm gewesen sein. André Wolf hingegen führte die Ausgeh-Uniform vor und zog damit nicht nur die Blicke des Publikums auf sich. Auch Maria Pabst hatte im Fokus. Die Jenenserin absolviert derzeit ein Praktikum bei „Gotha TV“ und hatte ihre Feuerprobe beim „Florianstag“, wie Multimedia-Mensch und Marias Teilzeit-Chef Wilfried Kahle erzählte.

Genauso begeistert wurde Ralph-Uwe Heinz abgelichtet, auch wenn er nicht als Hänser oder Herold Heinzi kam. Vielmehr machten römische Toga, das Pilum und die Sandalen klar: St. Florian selbst gab sich die Ehre. Mit Moderator Herbert Christ wusste er dann das Publikum mit allerlei Geschichtchen wunderbar zu unterhalten. Er plante auch, der Goth’schen Engagement beim Löschen zu testen. Dafür hatten die Jungs von der Berufswehr sogar noch ein Relikt vergangener Tage in der Ausrüstung eines der Feuerwehrautos ausfindig gemacht – einen „Wasserbeutel“, sprich: Stoffeimer. Damit sollte dann eigentlich die Einwohner-Eimerlöschkette arbeiten. Aber – aus welchem Grund auch immer! –mit diesem Plan kam St. Florian nicht zum Zuge und der Stoffbeutel nicht zum Einsatz.

Anders die Drehleiter. Die rückte aus und an, weil über Urbans Fleischerei des Firmeinhabers Sohnemann aus einem Fenster um Hilfe schrie. Der sechsjährige Rotschopf Harry und Papa Ralf wurden aus dem von Andreas Ritter mit seiner Disko-Nebelmaschine arg verräucherten Frühstücksraum der Belegschaft gerettet.

Das Treiben auf dem Markt fand übrigens internationale Aufmerksamkeit: Stefanie Ludwig aus Luzern war im Schlepptau von Freunden mitgekommen. Eigentlich ist sie ja gar keine Schweizerin; arbeitet nur als Lehrerin bei den Eidgenossen, stammt aus Günthersleben-Wechmar.

Und beim befreundeten Ehepaar handelte es sich Christina und Guido Baumbach samt deren nunmehr drei Kindern: Keine vier Wochen alt hatte daher auch der Jüngste namens Hugo die nächste Feuerwehr-Volldröhnung. Hatte der kleine Kerl und seine Familie doch erst ein paar Tage zuvor besondere Aufmerksamkeit von Stadtfeuerwehrverband und der Firma Kallinich Media genossen. Die taten sich zum Zwecke der Brandschutz-Vorsorge zusammen und schenkten jedem Gothaer Neubürger einen Brandmelder; so auch den Baumbachs.

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  • Feuerwehr News (#)
    13.05.2011

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